Law

Messerstecher und andere Deppen

Es ist schon leicht beunruhigend wenn man aus einer Stadt kommt wo es alle paar Wochen mal einen Bericht gibt, das wieder jemand von einem Messerstecher attakiert wurde.
Hier scheint es wohl eher zur Tagesordnung zu gehören. Alleine heute waren wieder drei Berichte über solche vorfälle zu lesen. Ja gut nicht alle gestern passiert, aber dennoch.

Gut als Ergebniss von diesen ganzen Messerstecherreien hier, wollen die Behörden die Gesetze verschärfen. Nicht nur das Messer mit feststehender Klinge (oder einrastender) schon lange verboten sind. Nein jetzt soll es wohl auch noch andere treffen.

Also ich kann mich noch gut dran erinnern. Als ich das erste mal in die lokale Studenten Kneipe gegangen bin. Serienmäßig hatte ich mein Taschenmesser dabei (Victorinox). Und hab dafür nen ziemlichen Einlauf bekommen, mitsammt der androhung zukünftigerweise Hausverbot zu bekommen. Hm super und das obwohl ich das Messer unaufgefordert vorgezeigt habe und abgeben wollte.

Wie auch immer, die Gesetze hier werden langsam schärfer. Zum Beispiel können Verdächtige bis zu 28 Tagen (bei Terrorissmusverdacht) inhaftiert werden und nun soll es auf 42 Tage ausgeweitet werden. Mal schauen was als nächstes kommt.

How2Rauchen in London

Am besten garnicht!
Rauchverbotsschild
Überall hängen Schilder wie dieses und selbst in den Telefonzellen und Bushaltestellen sind entsprechende Schilder zu finden. Zudem kostet das wegschmeißen von einer Zigarettenkippe locker mal eben 50£.
Von den Zigarettenpreisen mal ganz zu schweigen.
Rauchverbotsschild-telefonzelleRauchverbotsschild-bus-stop

Britische Gesetze (Teil 2)

Ey neee.... und wieder mal ein Fall von "Intelligenten Gesetzen".
Ich hatte ja schon von den zwei schönen britischen Gesetzen erzählt die es unter Strafe stellen Öffentliche WLANs zu nutzen. Was aber noch nicht klar war waren weitere Auswirkungen dieser Gesetze.

So ist es verboten URLs aufzurufen die nicht für ein Bestimmt sind, zu mindestens kann es verboten sein. Die freundlichen Leute von Heise haben hierzu einen netten Artikel geschrieben. Den Artikel werden ich aber aufgrund des deutschen Hackerparagraphen 202c lieber nicht verlinken.

Hier mal ein ausschnitt aus dem Artikel:

Under the Computer Misuse Act 1990 as amended by the Police and Justice Act 2006 – CMA) it is an offence to obtain "unauthorised access" to any kind of computer material, including private web content. It is not, however, a strict liability offence: for a conviction to be obtained it must be shown that there was both intent to gain access and knowledge that the access was unauthorised. It follows that finding a single URL by chance that points to unintentionally exposed private material, and even following that link once, thereby gaining access to the material, would not necessarily incur the penalty of the law. Making a habit of so doing might though.

Sinn und Unsinn von Gesetzesideen in der Multimediawelt

Ja mal was anderes, ich kann ja nicht immer nur über die Erlebnisse hier schreiben. Aber irgendwie hängt das schon mit dem hiesigen Leben zusammen. Sorry für die Bleiwüste.

Also in Deutschland wird über die Datenvorrathaltung gestritten und hier ist sie umgesetzt. Seit vorletzten Monat sind die ISPs hier (in UK) verdonnert alle Internet-Verbindungsdaten für 5 Jahre zwischen zu speichern. Toll aber wo ist nun die Beeinflussung des eigenen Lebens?

Nunja, vermutlich ähnlich wie beim CCTV oder der allgemeinen Anstachelung verdächtiges verhalten sofort zu melden. Man beginnt sich unbewusst anders zu verhalten, Wörter oder bestimmte Bewegungen und Gesten zu vermeiden.
Und im Netz? Nun sucht man jetzt mal nach bestimmten Stichworten bei einer Suchmaschine oder lässt man es besser bleiben? Schreibt man eine Antwort auf eine Frage und wie Formuliert man sie? Und was ist mit dem E-Mail Traffic?
Bekommt man eine Mail mit "verdächtigen" Inhalt ist es gleich dauerhaft gespeichert. Egal ob der Mail-Client die Mail als Spam gleich gelöscht hat oder man sie wirklich gelesen hat. Weis das später mal nach.

Dazu passen auch wieder drei Beiträge die ich von Heise gerade gelesen habe. "04.12.2007 17:39 Arcor soll Google sperren", demnach soll mal wieder in Deutschland eine Webseite gesperrt werden. Nicht wie vor einigen Jahren wegen rechtsradikalen Gedankengut, sondern diesmal weil pornographische Inhalte ohne die Gesetzlich vorgeschriebene Alterskontrolle verfügbar sind.
Genau so wie im Falle einer Webseite auf der pornographische Videos verfügbar sind, soll nun Arcor eine Sperrung durchführen.
Klar, Ursache dieses Antrages und der erfolgreichen Sperrung sind Unternehmen die sich in ihren Tätigkeiten, durch nicht durchsetzbare Gesetze, behindert fühlt. Man kann nicht einfach beschließen das in einem Land Webseiten bestimmte Regelungen unterworfen werden und gleichzeitig Webseiten mit gleichen Inhalten aus x-dutzend anderen Ländern zulassen.
Also einfach mit der großen Sperre reagieren, andere Möglichkeiten haben die lokalen Webseitenbetreiber ja nicht. Sie können nur hoffen das es zu ausreichenden Medienecho führt und die Verantwortlichen einsehen das Sperren im Netz nix bringen.

Aber wozu führt es mit der Zeit? Ganz klar zu einer schleichenden Zensur.
Otto Normal Nutzer sieht nur was er zu sehen bekommt. Nicht aber die Daten die er nicht sieht, von denen er möglicherweise auch nix weiß. Wie auch, sie werden ja geblockt.
Was Otto Normalo nicht findet gibt es nicht. Punkt. Aus! So sein Weltbild. Und was er nicht findet kann schonmal überhaupt nicht existieren.

Und die zweite Nachricht formierte unter "03.12.2007 13:33 "Ein hässliches Spiel" und die Entlassung eines Gamespot-Redakteurs".
Hier wurde über die Auswirkungen von Bewertungen von Computerspielen berichtet.
Jeff Gerstmann, ein Redakteur der schon mehrfach spiele von Sponsoren der Webseite negativ bewertet hat für die er schrieb, wurde entlassen. Soweit so gut, eine übliche Nachricht mit einigen Informationen. Aber das wirklich Interessante steht erst später.
So wird die entsprechenden Webseite von Aktienhändlern häufiger besucht, um sich über die Verkaufsaussichten von Spielen und somit den Börsenwert der Spieleschmieden zu informieren.
Wo ist hier das Problem? Na ist doch klar, eine dieser Spieleschmieden (oder gar eine Einzelperson mit Aktien) könnte nun ein Botnetz (tausende Infizierter Computer die auf Befehle von ihren neuen Herren warten. Aber ohne das der Eigentümer des Rechners was davon ahnt) anheuern und auf diesen Webseiten für eine hohe Zahl von positiven Spielbewertungen sorgen. Neben erhöhten Verkaufszahlen des Spieles (gute Produkte verkaufen sich schließlich besser) würde auch der Börsenwert steigen. Ein rascher Verkauf der eigenen Beteiligung würde sich dann natürlich auf den eigenen Geldbeutel positiv auswirken.
Aber denkt ein Börsianer an solche Manipulation? Nein, man glaubt nur was man sieht.
Börsianer gestehen ja auch nur kleinlaut ein das diese Aktien-Empfehlungs-Spams tatsächlich einen Einfluss auf Aktien haben. Allerdings nicht zum Vorteil des Lesers der jeweiligen Spam.

Und zuletzt der Artikel "03.12.2007 14:14 Eltern und Schüler wollen Informatik als Pflichtfach".
Ja ne ist klar! Leider geht nicht wirklich aus ihm hervor was sich die Befragten nun konkret vorstellen. "Wie baue ich einen Computer aus Steckkarten?" oder "Wie bringe ich das Spiel XY auf Rechnern zu laufen die unter dem Mindestanforderungen liegen?" oder was jetzt?!
Gehen wir mal davon aus das wirklich ein sinnvolles Fach daraus wird und Schüler nicht die Frage "Warum bist du eigentlich hier?" beantworten mit "Och ich bin hier nur um zu lernen wie ich meinen Rechner reparieren kann, da ich ihn nicht immer zur Firma XY schleppen will". Dies ist zu mindestens bei einigen Hochschulen in den ersten Semestern üblich.

Dennoch vermute ich das sich trotzdem nix ändert, im Gegenteil!
Ich denke das gerade den Eltern viele Sachen nicht klar sind und sich durch so was eher in falscher Sicherheit wiegen. Es bedeutet nicht das sich ein Kind super mit dem Computer auskennt, nur weil es weiß wie man in Excel eine Spalte löscht. Genau so wenig bedeutet es das ein Mensch sofort zum Massenmörder wird weil er mal irgendwann nen Action Film gesehen hat (oder nen Ego-Shooter gespielt hat).

Solange Eltern und Kinder keinerlei Realitätssinn für Medien haben nützt es einfach nix!

Den Leuten (und auch insbesondere den Verantwortlichen für z.B. solche Gesetze und Vorschriften) gehört mal ein Basisverständnis für Medien beigebracht. Nicht mehr und nicht weniger.
Die gleiche Diskussion die über die Wikipedia geführt wird, ob es nun sie nun als verlässliche Quelle dienen kann oder nicht. Diese Diskussion sollte auch bei anderen Dingen geführt werden.

Ist es war was ich sehe oder fehlen mir Informationen? Und wenn sie Fehlen könnten, warum?
Sie könnten Fehlen weil sich niemand traut diese Information ins Netz zu stellen, oder weil sie Zensiert ist.
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